Die Frau von gegenüber
Großstadtgedanken
die Frau von gegenüber
sie geht den Weg
wie jeden Tag
bleibt hin und wieder stehen
die alte Frau von gegenüber
hab sie auch heute gesehen
*
mit langsamen Schritten
den Blick gesenkt
so lief sie neben mir her
den Gruß den ich ihr schenkte
der kam nicht an bei ihr
*
das was sie ist
und wer sie ist
das bleibt mir ganz verborgen
so hoffe ich von Tag zu Tag
und hoffe auch auf Morgen
*
manchmal
steht sie am Fenster
im Dunkeln in der Früh´
die halbgeschlossenen Vorhänge
verbergen nicht nur sie
*
vielleicht ist sie sehr einsam
vielleicht lebt sie allein
ein Rätsel
diese alte Frau
wird sie wohl immer sein
© URSA 02/08
Liebe Mariposa,
mit diesem Gedicht hast du ein Problem unserer Zeit angesprochen, - die Einsamkeit und Verlassenheit der alten Menschen. Es gibt fast keine Großfamilien mehr, wo mehrere Generationen zusammen leben. Die Kinder sind aus dem Haus, wohnen oft in anderen Städten, oder haben keine Zeit sich um die alten Eltern zu kümmern. Alte Menschen sind interessant, wenn wir uns ein wenig Zeit nehmen und ihnen zuhören, - denn sie haben so viel erlebt. Und wenn sie merken dass es Menschen gibt die sie achten und beachten, - ja vielleicht erwidern sie dann unser Lächeln.
Liebe Grüße von Monré
geschrieben von Monré — 04 Feb 2008, 16:42
Ein sehr berührendes Gedicht. Jeden Tag sehen wir sie in den Städten, die Menschen die alt sind und einsam oder auch jene, die mit sich selbst reden und in einer anderen Welt zu leben scheinen.
LG vom Findevogel
geschrieben von Angie — 04 Feb 2008, 12:06