Mariposa

04 Feb, 2008

Die Frau von gegenüber

bewegte Gedanken — geschrieben von Mariposa @ 11:51

Großstadtgedanken

die Frau von gegenüber

sie geht den Weg

wie jeden Tag

bleibt hin und wieder stehen

die alte Frau von gegenüber

hab sie auch heute gesehen

*

mit langsamen Schritten

den Blick gesenkt

so lief sie neben mir her

den Gruß den ich ihr schenkte

der kam nicht an bei ihr

*

das was sie ist

und wer sie ist

das bleibt mir ganz verborgen

so hoffe ich von Tag zu Tag

und hoffe auch auf Morgen

*

manchmal

steht sie am Fenster

im Dunkeln in der Früh´

die halbgeschlossenen Vorhänge

verbergen nicht nur sie

*

vielleicht ist sie sehr einsam

vielleicht lebt sie allein

ein Rätsel

diese alte Frau

wird sie wohl immer sein

© URSA 02/08


Kommentare

  1. Monré

    Liebe Mariposa,
    mit diesem Gedicht hast du ein Problem unserer Zeit angesprochen, - die Einsamkeit und Verlassenheit der alten Menschen. Es gibt fast keine Großfamilien mehr, wo mehrere Generationen zusammen leben. Die Kinder sind aus dem Haus, wohnen oft in anderen Städten, oder haben keine Zeit sich um die alten Eltern zu kümmern. Alte Menschen sind interessant, wenn wir uns ein wenig Zeit nehmen und ihnen zuhören, - denn sie haben so viel erlebt. Und wenn sie merken dass es Menschen gibt die sie achten und beachten, - ja vielleicht erwidern sie dann unser Lächeln.
    Liebe Grüße von Monré

    geschrieben von Monré — 04 Feb 2008, 16:42

  2. Angie

    Ein sehr berührendes Gedicht. Jeden Tag sehen wir sie in den Städten, die Menschen die alt sind und einsam oder auch jene, die mit sich selbst reden und in einer anderen Welt zu leben scheinen.

    LG vom Findevogel

    geschrieben von Angie — 04 Feb 2008, 12:06


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